DJ Case Modding
15. September 2007Auf der Suche nach einem DJ Case für 2 Turntables und einen Mixer bin ich auf das Konsole Road Case aufmerksam geworden. Es bietet Platz für 2 Plattenteller und einen 19″ Mischer. Dabei ist es günstig in der Anschaffung und macht einen durchweg stabilen Eindruck. Jedoch sieht man, dass es keine Einzelanfertigung ist. Es bietet aber als Entschuldigung das nette Feature an, bei Bedarf auch einen Unterbau parat zu haben:

Da ein Case aber personalisiert werden muss und dies nicht zwangsläufig durch “sinnlos-aufkleber-druff-gebabbe” geschehen muss, hier eine kleine Anleitung wie ich das Case in Zusammenarbeit mit meiner kreativen Freundin “Frau Z.Berger” gepimpt habe.
Der getrennte Deckel lässt schon auf seine erweiterte Funktion blicken. Dies werden, zum Tisch aufgebaut, die Standbeine. Querverstrebungen befinden sich unter der Haube.

Für das Mischpult wurde ein 19″ Rackeinbau mit Schräge spendiert. Somit wird ein sicherer Halt beim Mixen und Transport durch Schrauben garaniert. Doch das Case sollte für meine Geräte und mich auch “Live tauglich” sein. Ergo möchte ich sowohl für Events mit Vinyl als auch bei Liveacts das Gehäuse nutzen. Wie bekommt man jedoch zwei Korg Electribe’s, eine Jomox XBase und ein Kaoss Pad dort unter?!
Mit dieser Idee zur Zweckentfremdung hat alles in einem Baumarkt angefangen. Somit waren mehrere Besuche im Heimwerkermarkt unumgänglich da ständig Eweiterungen kamen. Dazu später mehr.
Merke: Vorher planen spart Sprit und CO²
Zunächst ließ ich mir 2 Bretter (Pressholz Platten genügen, sind stabil und günstig) auf die Maße 45cm B x 35cm H zuschneiden. Den Ausschnitt habe ich selbst vorgenommen. Einfach mit einem 10er Bohrer 2 Löcher für das Stichsägenblatt bohren. Dann kann die gewünschte Größe nach vorherigem Messen mit der Stichsäge ausgeschnitten werden. Die Überreste nicht in die Tonne, mit ihnen kann man noch etwas anfangen.
Nach dem Ausschnitt erfolgt das Abschleifen und Einpassen der Geräte. Die Rahmen sollen lediglich als Halterung für meine Electribe’s dienen. Sie passen anstatt der Plattenspieler in die Box. Um Arbeit zu sparen ist es ebenfalls angebracht, sich um die Befestigung gedanken zu machen. Für mich kamen 2 Varianten in Frage:
1. In jeder Ecke eine Schraube mit einem ausklappbaren “Flügel”
2. Klötze zur erhöhung in das Case
Die Klötze schienen mir sympatischer. Somit eine 2x4cm Holzstange (ca. 1m ist vollkommen ausreichend) gekauft und in etwa 8 cm lange Sücke gesägt (8 Füsse sind von Vorteil). Zur Befestigung am Rahmen nutzte ich 8mm dicke Holzdübel. Jeweils 2 Dübel pro Fuss. Die Entsprechenden 1mm größeren Löcher in das Brett geböhrt.
Bohrschablonen können hier das Leben erleichtern.
Bei der Farbwahl entschieden wir uns für die Homepage Colors Rot & Grün. Jeweils in Hochglanzlack, da dieser sehr gut deckt (Holz Maserungen sind nicht mehr sichtbar) und schützt. Zur Grundierung entsprechend weisser Lack.
Je nach Wunsch kann das Case auch mit Folie und Schriftzügen verziert werden. Wir haben uns für eine handelsübliche selbstklebende “Carbon Look” Folie entschieden. Dies scheint freundlicher als ordinäres schwarz lackiertes Holz. Um die Schriftzüge sichtbar zu machen wurden die entsprechenden Stellen vorher grundiert und nach der Trocknungszeit von einer Stunde farblich Lackiert. Meist genügt ein Anstrich mit der “Schwammrolle“.
Vorheriges, gründliches Abkleben erspart viel Nacharbeiten!
Malerkrepp vor dem Kleben lang ziehen / spannen
Doppelt Krepp aufkleben (es dringt weniger/keine Farbe durch die Absperrung)
Falls der Rahmen beschmutzt wurde lässt sich dieser mit einem Lappen und Lösungsmittel leicht reinigen.
Zurück zu den Rahmen, diese könnten nämlich durch die Bearbeitung mit der Stichsäge schaden genommen haben. Durch Schleifen mit Feile oder Papier bzw. mit Holzkitt ist das aber schnell zu reparieren. Ich habe Holzkitt verwendet und danach abgeschliffen.
Die Schnittstelle vorher abkleben verringert den Schaden
Für die Schriftzüge empfiehlt sich eine einfache Schriftart in einem Schreibprogramm zu wählen (Größe der Schrift ca 180-240) und auszudrucken. Die verwendete Folie war auf der Rückseite mit Größeneinheiten ähnlich einem Rechenblatt versehen. Somit ist das Ausrichten und Spiegelverkehrte aufmalen des Schriftzuges ein leichtes. Für das Herausschneiden empfielt sich ein sehr scharfes Teppichmesser (mit neuer Klinge). Also VORSICHT…
Das fertige Folienband kann nun unter zuhilfenahme einer Spachtel an das Case angepasst werden. Es sollten keine Luftblasen zurück bleiben. Genauere Verarbeitungshinweise je nach Folie auf der Verpackung beachten. Die ausgeschnittenen Buchstaben lassen sich ebenfalls weiter verwenden (siehe unten).
Auch mehrere Farben sind möglich. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Es ist alles eine Frage des Aufwandes. Hier noch ein Beispiel:
Den Ausschnitt der Rahmen habe ich als Gerätehalterung aufbereitet. Dazu je nach belieben einen Winkel/eine Schräge wählen und die Holzlatte entsprechend schneiden. Die Klötze können recht schnell mit Holzleim fixiert und später mit Schrauben fest gebohrt werden. Bei einem steilen Winkel ist zu bedenken, dass die Geräte trotz unterseitigen Gumminoppen rutschen könnten! Die Füße dieser Konstruktion habe ich mit selbstklebendem Filz versehen.
Letztendlich sieht nun mein Case in voller Montur wie folgt aus:






